Unsere Projektarbeit

Vielfältige Schwerpunkte – gemeinsam mit den Urarina entwickelt.

Der FKI ist in unterschiedlichen Themengebieten aktiv. Die Schwerpunkte haben sich im Verlauf der Jahre teilweise als logische Konsequenz in der Zusammenarbeit mit den Urarina ergeben.

Mutter-Kind-Gesundheit

Es werden in über 30 Gemeinden 80 Frauen in relevanten gesundheitlichen Themen geschult. Nach Ermittlung von Bedürfnissen und Betrachtung der indigenen Weltsicht (Kosmovision) mit Hilfe anthropologischer Fachkräfte wurden Schulungsinhalte erarbeitet, die in regelmäßigen Besuchen in den Gemeinden vermittelt werden. Themen sind reproduktive Gesundheit, Ernährung mit Schwerpunkt auf Kleinkindern und Schwangeren und häufig vorkommende Krankheiten. Der Zugang zu Verhütungsmitteln spielt eine wichtige Rolle im Rahmen des Projektes, in der Regel bevorzugen die Urarina die Drei-Monats-Spritze.

Ernährungssicherung

Parallel zur Schulung der Frauen erfolgt der Versuch, die Anbaumethoden auf den Wechselfeldern im Regenwald zu verbessern. Eine Diversifizierung der angebauten Sorten soll die Nahrungsvielfalt verbessern, einfache ökologische Maßnahmen wie Kompostierung und Agroforstsysteme sollen den Ertrag steigern. Erkennung und Bekämpfung von Schädlingen sind ebenso Bestandteil der Ausbildung in den über 30 Gemeinden, genauso wie die Installation von Regenwassertanks für den Konsum sauberen Wassers und die Verbesserung der Hühnerhaltung.

Forstprojekt

Eine logische Konsequenz des Projektes zur Ernährungssicherung ist die Ausbildung in Themen zum Wald- und Forstmanagement. Agroforstsysteme sollen die brachliegenden Felder nachhaltig nutzbar machen und die Diversifizierung ermöglichen. Innerhalb des bestehenden peruanischen Rechtes zur Nutzung des Waldes durch indigene Gruppen gibt es klare Regeln und Strukturen, die den Urarina nicht geläufig sind. Es kommt daher zu Misswirtschaft des Holzbestandes auf indigenen Territorien, oftmals auf Betreiben illegaler Aktivitäten Dritter. Der FKI führt ein Projekt in Absprache mit den peruanischen Forstbehörden durch, um Urarina in betroffenen Gemeinden im Management ihrer Ressourcen zu schulen.

Selbstorganisation

Um als ausgebildete Gesundheitshelfer:innen und land- bzw. forstwirtschaftliche Promotor:innen nachhaltig tätig zu werden, ist Unterstützung im Aufbau Selbstorganisationsstrukturen nötig. Es bestehen staatliche Möglichkeiten der Unterstützung in diesen Bereichen, wie Medikamente oder Saatgut. Um an diesen Ressourcen teilhaben zu können, müssen Institutionen und Wege bekannt sein und Strukturen innerhalb der Urarina bestehen, die von staatlicher Seite wahrgenommen werden. Solche gesellschaftlichen Strukturen müssen erst entwickelt werden, die Urarina kennen diese Art der Zusammenarbeit bislang nicht. In ihrer Kosmovision ist das „Sprechen im Namen einer anderen Person“ nicht geläufig. Der FKI unterstützt die Urarina in der Schaffung einer wirksamen Selbstorganisation in den Bereichen Gesundheit, Land- und Forstwirtschaft in Absprache mit der Bevölkerung und mit staatlichen Institutionen.

Ausbildungsstipendien in Iquitos

Seit 2022 fördert der FKI einzelne motivierte Urarina mit Stipendien in der Distrikthauptstadt Iquitos. In einem vom FKI gemieteten Haus leben bis zu sieben Stipendiat:innen, um ihre Ausbildung im gesundheitlichen (Krankenpflege, Labortechnik) oder landwirtschaftlichen (Landwirtschaftstechnik) Bereich zu absolvieren. Entscheidend ist eine enge persönliche Betreuung der Auszubildenden, da sich das Leben in der Großstadt grundlegend vom Lebensalltag im Regenwald unterscheidet. 2025 haben die ersten beiden Urarina ihre medizinische Ausbildung erfolgreich absolviert und arbeiten nun in dem Mutter-Kind-Gesundheits-Projekt am Rio Chambira mit ihrer eigenen Bevölkerung, was die Effektivität der Ausbildungsmaßnahmen verbessert.

Schwerpunkte

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Förderkreis Kooperation mit Indigenen in Amazonien e.V.
Maria-Göppert-Weg 32
37077 Göttingen

Tel.: +49 179 4898565
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