Aktuelles Projekt

Seit über 25 Jahren im Einsatz für die Urarina

Seit 1999 engagiert sich der Förderkreis für internationale Zusammenarbeit (FKI) im peruanischen Amazonastiefland am Rio Chambira. Gemeinsam mit lokalen Partnern werden Projekte zur Gesundheitsversorgung, Ernährungssicherung und nachhaltigen Entwicklung der indigenen Urarina umgesetzt.

Das Projekt auf einen Blick

  • Projektregion
    Rio Chambira, Rio Pucayacu und Rio Patoyacu im Amazonasgebiet Perus
  • Zielgruppe
    Rund 7.000 Angehörige der indigenen Urarina
  • Schwerpunkte
    Gesundheit, Mutter-Kind-Versorgung, Ernährungssicherung und nachhaltiges Forstmanagement
  • Partner
    Diaconia Peru, regionale Behörden sowie internationale Förderinstitutionen
  • Förderung
    BMZ und Elke-Kröner-Fresenius-Stiftung

Leben im Amazonas

Die Urarina befinden sich im Übergang von einer nomadischen Lebensweise zur Sesshaftigkeit. Die Gemeinden liegen direkt an den Flussufern und bestehen aus bis zu 60 Familien, die in traditionellen Holzhäusern aus Materialien des Regenwaldes leben.

Die Versorgung erfolgt überwiegend durch einfachen Feldanbau mit Yucca und Kochbananen sowie durch Fischfang und Jagd. Gleichzeitig gehen die Fischbestände und die Zahl der Wildtiere seit Jahren kontinuierlich zurück, wodurch sich die Lebensbedingungen zunehmend verschlechtern.

Herausforderungen der Bevölkerung

Die Menschen im Projektgebiet stehen vor zahlreichen gesundheitlichen, sozialen und ökologischen Herausforderungen. Eine hohe Geburtenrate, chronische Unterernährung sowie Krankheiten wie Malaria, Atemwegsinfektionen und Durchfallerkrankungen prägen den Alltag vieler Familien.

Hinzu kommen:

  • hohe Kindersterblichkeit
  • hohe Analphabetenrate, insbesondere bei Frauen
  • eingeschränkter Zugang zu Bildung
  • Belastungen durch Erdölförderung und illegalen Holzeinschlag
  • Gefährdung der natürlichen Lebensgrundlagen

Gesundheitsversorgung vor Ort

Von 1999 bis 2022 betrieb der FKI in Tucunaré eine Gesundheitsstation, die als zentrale Anlaufstelle für die medizinische Versorgung der Bevölkerung diente. Von dort aus wurden regelmäßig rund 40 indigene Gemeinden entlang des Rio Chambira per Boot erreicht.

Neben der Behandlung von Patientinnen und Patienten standen vor allem Präventionsmaßnahmen im Mittelpunkt. Dazu gehörten Impfungen, Schwangerenvorsorge, die Bekämpfung der Malariamücke sowie die Ausbildung lokaler Gesundheitshelferinnen und Gesundheitshelfer. Die medizinische Betreuung erfolgte durch Gesundheitsfachkräfte aus Lateinamerika und Europa.

Im Jahr 2016 wurde die Station als offizieller Gesundheitsposten in das peruanische Gesundheitssystem integriert. Nach dem Ende der Zusammenarbeit mit dem Staat im Jahr 2022 sicherte der FKI die medizinische Grundversorgung bis zur Verlagerung des Gesundheitspostens in das Nachbardorf Pijuayal weiterhin ab.

Die Projektarbeit heute

Seit 2020 konzentriert sich der FKI gemeinsam mit der peruanischen Nichtregierungsorganisation Diaconia sowie regionalen Behörden auf langfristige Entwicklungsprojekte. Im Mittelpunkt stehen die Mutter-Kind-Gesundheit, die Ernährungssicherung und ein nachhaltiges Forstmanagement.

Grundlage für die Umsetzung ist das Centro de Desarrollo e Investigación (CEDIT) in Tucunare, das als Projektbasis für die Zusammenarbeit mit den Gemeinden dient.

Projektgebiet

Mitten im peruanischen Amazonas

Das Projektgebiet liegt in der Region Loreto, dem größten Bundesland Perus. Mit einer Fläche von rund 368.000 km² ist sie sogar etwas größer als Deutschland. Die Hauptstadt Iquitos mit rund einer halben Million Einwohnern ist ausschließlich per Flugzeug oder Boot erreichbar.

Natur und Klima

Das Amazonasgebiet ist geprägt von tropischem Klima und einer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Temperaturen von über 30 °C, eine hohe Luftfeuchtigkeit, dichte Vegetation, zahlreiche Insekten sowie starke Regenfälle und schwankende Wasserstände bestimmen den Alltag der Menschen vor Ort.

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Förderkreis Kooperation mit Indigenen in Amazonien e.V.
Maria-Göppert-Weg 32
37077 Göttingen

Tel.: +49 179 4898565
Fax:

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